Dienstag, 23. Juni 2009

Prost Neujahr!

An manchen Orten gehend die Uhren anders. In den Anden zum Beispiel. Am Sonntag, 21. Juni, begrüßten die Aymara den Beginn des Jahres 5517. Weil diese Nacht gleichzeitig die kälteste sein soll, verzichtete ich darauf, mit 40.000 anderen Menschen zu den Ruinen von Tiwanaku zu fahren und die ersten Sonnenstrahlen zu zelebrieren. Ich begnügte mich mit der freudigen Nachricht, dass Evo diesen Tag zum Feiertag erklärt hat.
Die christliche Version des Festes, die die Spanier eingeführt haben, stand heute an. Sie heißt San Juan und wurde nicht zum Feiertag erklärt. Weil die Stadtverwaltung außerdem das Abbrennen von Autoreifen verboten hat, um zu verhindern, dass La Paz tagelang in einer Rauchwolke versinkt, begnügen sich die Pazeñer inzwischen damit, an diesem Tag daheim Würstel zu essen.
Gudrun und ich gingen - wie immer am Dienstag und Donnerstag und machmal auch samstags - in das Fitness-Studie zu unserer Pilates-Stunde. Zur Feier des Tages begleitete uns unser Profe Luis hinterher auf ein Bier. Dabei stellten wir fest, dass wir ihn furchtbar unterschätzt hatten. Er hat nicht nur Muskeln, er hat auch Hirn und Witz: Der 29-Jährige ist Traumatologe, arbeitet im größten Kinderkrankenhaus in La Paz, hat eine eigene Praxis und gibt nebenbei Geburtsvorbereitungskurse, über die er ziemlich unterhaltsam zu erzählen weiß. Der Typ hätte glatt Kabarettist werden können...

1 Kommentar:

Sebastian Schoepp hat gesagt…

Na dann, frohes 5517!!
Wird sicher noch besser als 5516.