Dienstag, 4. März 2008

Abschied aus Lima

Wieder einmal Abschied, Unbehaustheit, Übergang. Wieder einmal eine Zeit, in der ich fast alles, was ich mache, zum letzten Mal mache.


Ich saß zum letzten Mal auf meinem Balkon und genoß mit einem Cuzqueña-Bier den Sonnenuntergang. Ein Jahr lang hatte ich jeden Abend beobachtet, wie dieser gleißende Ball in den Pazifik sank, anfangs genau zwischen den zwei Palmen am Hochufer, dann zwischen zwei Hochhäusern und später über der Brücke an der Steilküste, bis am Ende wieder die ursprüngliche Konstellation erreicht war. Der Sonnenuntergang war ein Jahr lang jeden Abend anders, jeden Abend neu und fast immer spektakulär.


Dann packte ich wieder mal meine sieben Sachen in meine drei blauen Tonnen, trennte mich von alten Zeitungen, liebgewonnenem Kleinkram und selbst gesammelten Muscheln und räumte die Wohnung leer. Die peruanische Vermieterin in der Schweiz hatte erst großmütig getan und meinen gesamten Hausstand erwerben wollen. Kurz vor Ablauf des Jahresvetrags aber kündigte sie eine 50-prozentige Mieterhöhung an und erkärte ihr Interesse an Butterdose und Gurkenraspler. Ich nahm dankend Abstand.


So stapelte ich also Teller und Töpfe, Luftentfeuchter und Wasserfilter im Kofferraum. Inzwischen habe ich fast alles verkauft, das Geschirr an den Wirt des kleinen familiären Hostals in der Parallelstraße. Dort hatte ich vor dreieinhalb Jahren meine Limeñer Nächte verbracht und dort schlafe ich jetzt in einem Vierbettzimmer. Diesmal aber bin ich in dieser seltsamen Traveller-Welt wie ein kleiner verschreckter Urzeitvogel gelandet, der nicht weiß, was er mit der Bewunderung anfangen soll, die dort jemandem entgegenschlägt, der durch Peru nicht nur durchgefahren ist. Eine völlig neue Erfahrung.


Das Kontrastprogramm dazu war die Vollversammlung in der vergangenen Woche in einem Luxushotel außerhalb der Stadt, wo ich zum letzten Mal meine deutschen Kollegen aus der peruanischen Provinz gesehen und mir mal wieder die Flöhe geholt habe. Weil ich einen Rock anhatte, fühlen sich zur Abwechslung diesmal meine Pobacken an wie Streuselkuchen. Dummerweise kann man sich an dieser Stelle so schlecht in der Oeffentlichkeit kratzen.


Am vergangenen Sonntag dann saß ich wahrscheinlich zum letzten Mal unten am Waikiki, dem Strand von Miraflores. Dort lauschte ich der Sinfonie der in den stürmischen Wellen zurückrollenden Kieselsteine, blinzelte in das diffuse Sommersonnenlicht und machte unter der dünnen Hochnebeldecke tausende Kilometer vor mir den Horizont aus. Ich versuchte mir dieses mit Musik und Faulgeruch und Erinnerungen unterlegte Gemälde für immer einzuprägen und vergaß dabei ganz die aus dieser Perspektive geisterhaft anmutende Parallelwelt der Neunmillionenstadt oben in meinem Rücken.


Und während ich vor mich hinträumte, fraß plötzlich eine heranrollende Nebelbank den Horizont, warf eine besonders schäumende Welle eine Muschel auf die Steine, die sofort von einer Möwe ausgepickt wurde, und ich stand auf und ging und ließ sie einfach zurück: die Inselspitzen vor Callao im Norden und die Bucht und die Anhöhe von Chorillos im Süden und die hölzerne Rosa Nautica im Wasser vor mir, in der es eine Speisekarte ohne Preise für die Frauen gibt; die Tablistas, die auf dem Meer tanzten, und den Kiosk, den letzten vor Tahiti, der in Flaschen abgefülltes Leitungswasser als Mineralwasser verkauft. Ich stieg die Stufen nach Miraflores hinauf mit dem selben nostalgischen Gefühl, mit dem ich dreieinhalb Jahre zuvor mit Blick auf die Hochhäuser an der Steilküste gesagt hatte: „Dort will ich mal wohnen!“

Abschied ist manchmal wie ein Film, der rückwärts läuft.


Anderntags war ich dann zum letzten Mal im DED-Büro, um Laptop und Auto zurückzugeben und die Endabrechnung zu machen und irgendwelche Sach-, End- und Abschlussberichte abzuliefern und zu klären, wann ich nun eigentlich wohin fliege. Aber aus dem kurzfristigen Deutschlandbesuch wird nun doch nichts, und meine Karibikpläne habe ich auch nochmal verschoben. Ende Januar bekam ich unverhofft ein Angebot des DED in Ecuador für einen Dreimonatseinsatz, das ich, ohne lange zu überlegen, annahm. Ich soll in Quito in Zusammenarbeit mit einer Universität eine Fortbildungsreihe konzipieren für Hochschulabsolventen und Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen, die sich mit Umweltkonflikten beschäftigen.

Und so sind diese Tage nicht nur Abschied. Sie sind auch Vorfreude auf ein Wiedersehen. Gruendonnerstag fliege ich.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Mmmmmh!


Viele sagen, Inca-Cola koenne man gar nicht trinken. Ich mag den Geschmack, er liegt irgendwo zwischen Gummibaeren und Red Bull. Das Beweisfoto schoss ein Kollege auf der Vollversammlung - wahrscheinlich hatte mir da der Zucker gerade die Zaehne zusammengepappt.

Donnerstag, 21. Februar 2008

Besuch aus Deutschland

Drei wunderschoene Wochen und ein klitzekleiner Ausschnitt daraus:



Der Badeort Pucusana, suedlich von Lima





Ceviche am Strand von Pucusana...





... und in einem Limeñer Resturant





Einmal rueber ueber die Anden und auf der anderen Seite wieder bis knapp unter 3000 Meter runter: Tarma



Schoen, wenn das Hotel so konfortabel ist, dass sie einem nachts eine Waermflaschen ins Bett stecken...



... und das Gemaeuer auch ein bisschen Geschichte hat.



Jeden Meter, den man dann weiter runter in Richtung Amazonas faehrt, wird es noch ein bisschen gruener: San Ramon. Dort ergiesst sich das Wasser aus den Anden ueber die Felsen, sammelt sich in Gumpen...



...und muendet dann in die Fluesse, die irgendwann zum Amazonas werden.




Dort kann man sich auch fuer laenger bei Asháninkas einquartieren...




... oder nur fuer kurz - peinliche Verkleidung inklusive.



Zurueck nach Lima geht´s wieder ueber den 4818 Meter hohen Pass: Wasti schnaufte sich sogar bis zum Beweisschild vor.



Karins Geburtstag in der Hauptstadt




Entspannende Tage am Strand von Trujillo: Huanchaco.



Und zum Abschluss noch ein Treffen mit dem lateinamerikareisenden Sammy aus Ebersberg.

Donnerstag, 31. Januar 2008

Hochsommer in Lima

Ich habe es endlich geschafft, den Nebel zu fotografieren - nicht dass jemand auf die Idee kommt, ich erfinde das alles!!





Samstag, 12. Januar 2008

Markt der Wünsche



Auf meinem Schreibtisch steht ein Glasfläschchen in der Größe eines Hotel-Shampoos. In der Flüssigkeit zwängen sich allerlei Dinge, die ich nicht mit Namen nennen kann. Sie sind rot, gelb, grün, violett, sie sind länglich, quadratisch, undefinierbar. Die einzigen beiden Gegenstände, die ich wirklich erkenne, sind aus Blei. Ein Frosch und ein Hufeisen in der Größe eines Daumennagels.

Das Fläschchen habe ich einer bolivianischen Schamanin abgekauft. Hier in Lima, auf der „Feria de los Deseos“, dem „Markt der Wünsche“. Die Frau war alt und dick, trug geplusterte Röcke und hatte ihr Haar in Zöpfen gebunden. Sie kaute Cocablätter und räumte mit behäbigen Bewegungen die getrockneten Fuchstatzen, Vogelskelette, Amulette und Kräuterschächtelchen an ihrem Stand um. Wortkarg erklärte sie mir die Ingredienzien des Fläschchens. Ich verstand überhaupt nichts - ich kenne ihre Kechua-Ausdrücke nicht und mir war auch nicht wirklich klar, worauf ihr langer Daumennagel gerade zeigte. Nur soviel verstand ich: Das Fläschchen soll mir Glück bringen auf Reisen.

Der Markt findet immer zur Jahreswende auf dem Campo de Marte statt, im Zentrum Limas. Dann reisen die Curanderos, also Heiler, Schamanen und Kräuterkundigen, aus der Hochebene von Puno und Bolivien an und bieten ihre Dienste feil. Sie lesen die Zukunft aus Cocablättern und vertreiben Krankheiten, indem sie mit einem rohen Ei, einem Meerschweinchen oder einem Gürteltier über den Körper streichen. Die Menschen, die vor den Ständen auf Plastikhockern auf die Behandlung warten, halten Blumen in der Hand. Denen, die aus der Behandlung kommen, also hinter dem Vorhang hervortreten, kleben noch die Blütenblätter im Haar und auf den Schultern.






Auf den Banderolen über ihren Ständen werben die Curanderos mit Handynummern, E-Mail-Adressen und ihren Diensten. Die Krankheiten, die der Medizinratgeber für die deutsche Familie auflistet, behandeln sie in der Regel nicht. Stattdessen kurieren sie bösen Zauber und den Susto, den Schrecken. In den Anden glaubt man nicht, dass eine Krankheit nur körperlich bedingt ist. Sie ist immer Ausdruck dafür, dass etwas in der Seele nicht stimmt, ein Zeichen für schlechte Energien. Und die ziehen die Curanderos ab durch eine Reinigung.

Daneben verkaufen sie Amulette: für Glück in der Liebe, mit dem Geld und bei der Arbeit, gegen den bösen Blick, Krankheiten und Unglück. An einem Stand deckt sich eine junge Frau im großen Stil ein: An ihrem Arm hängen schon unzählige Tütchen mit kleinen Flaschen, Steinen, Froschimitationen mit falschen Dollarscheinen im Maul. Nun fragt sie nach der Glaspyramide mit den goldfarbenen Kanten.



Die Curandera erklärt das Stilleben darin, das aus einer Puppenküche stammen könnte: ein Frosch, ein Bett, ein Haus, ein Auto, Dollarscheine, ein Flugzeug, die Imitation eines Passes mit Visum, die nachgemachte Urkunde einer Universität. Als die beiden auch darüber handelseinig sind, hält die Curandera die Pyramide über eine rauchende Schale, streut Blütenblätter darüber, beträufelt sie mit einer Flüssigkeit und murmelt zur Segnung einen Spruch. „Das stellst Du jetzt in Dein Haus. Man darf es ruhig sehen“, sagt sie und wickelt die Pyramide in Zeitungspapier ein.

Der „Markt der Wünsche“: eine Mischung aus Heilwissen, Kommerz und Aberglauben. Aber Hauptsache, es hilft...

Donnerstag, 10. Januar 2008

Lima im Sommer

Es gibt Momente, da liebe ich dieses Land. Ich sitze mit einer schwarzkopierten, unechten Lucky Strike auf dem Balkon, damit ich in der Wohnung die aufgeschlagene Wand vom neuesten Wasserschaden nicht anschauen muss, sehe im Scheinwerfer des Müllautos die Nebelschwaden ziehen, die mir die Sicht auf die Lichter der gegenüberliegenden Häuserreihe verwehren, höre Migrantenmusik aus den Anden (música chicha) mit Titeln wie „Ich bin aus der Provinz“, habe diesen unwiederstehlichen Fischgestank in der Nase und komme mit Ruth gerade von der berühmtesten Fokloreshow Perus, die wir nach einer Stunden wegen des übermenschlichen Grads an Surrealität verlassen haben. "Las Brisas del Titicaca". Was für ein Land!

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Matatodo

Es ist immer noch nicht Sommer hier in Lima, zum Fenster weht ein Nebel mit bewusstseinsveränderndem Fischgeruch herein, und ich habe schon wieder einen Floh.

So stand ich also kürzlich auf dem Heimweg vom Büro des DED im Supermarkt vor dem Regal mit den Vernichtungsmitteln, und ich griff dann gleich zum „Matatodo“, dem „Macht alles tot“. Als ich wieder rauskam, meinen kleinen schwarzen VW Golf anschmiss, jemandem, der behauptete, er hätte auf mein Auto aufgepasst, einen Sol gab, und schließlich mit quietschendem Keilriemen losfuhr, hätte ich das „Matadodo“ am liebsten gleich ausprobiert. Gegen meine Kontrahenten auf der Straße.


Mit meinem Auto - zu Zeiten, als ich noch das Leiberl der Defensoría del Pueblo trug.
Der vierspurige Kreisel Ovalo Gutierrez ist berüchtigt für seine morgendlichen und abendlichen Hakenkreuz- und Reisverschluss-Staus. Aber es war früh genug, um ordentlich seine Runde durch den Ovalo zu drehen, und wenn man das zweimal gemacht hat, dann macht man das so, wie es alle machen: Man fährt vom Straßenrand auf der kürzesten Strecke in die innerste Spur, ohne nach links oder rechts zu schauen, zwingt dabei alle Autos zur Vollbremsung und löst ein Hupkonzert aus. Auf der Höhe der gewünschten Abfahrt fährt man dann auf der kürzesten Strecke von der innersten Spur auf die äußerste und zwingt dabei wieder alle Autofahrer zur Vollbremsung und löst ein zweites Hupkonzert aus. Eines sollte man nämlich beim Autofahren schnell lernen, und das sind die Verkehrsregeln.

Verkehrsregel Nummer eins ist: Es gibt keine Regeln.

Als ich also vom Ovalo Gutierrez ohne Rücksicht auf Verluste in die Comandante Espinar einbog, hielt ich mich dort wie immer auf der mittleren Spur. Das ist deshalb ratsam, weil links immerzu die Linksabbieger Stau verursachen und rechts sich Bus an Bus drängt. Die Busfahrer aber stoppen trotz Überschreitung aller Höchstgeschwindigkeiten von jetzt auf gleich wegen jedweden gelangweilt herumstehenden Fußgängers, vor allem, wenn diese weiblich sind, und zwingen einen damit nicht nur alle paar Meter zu einer Vollbremsung, sondern auch zu warten, bis alle Gäste ein- oder ausgestiegen sind. Auf der mittleren Spur aber gibt es nur eine Gefahr: die Busfahrer, die andere Busse überholen, indem sie, Zehntelsekunden bevor man ihre Höhe erreicht hat, ohne Ankündigung und mit schwarzer Abgaswolke ausscheren.

Denn Regel Nummer zwei ist: Blinken ist uncool.

Auf der Comandante Espinar also querte ich auf der mittleren Spur ein paar Kreuzungen und kaufte dann bei Rot einem fünfjährigen Mädchen für einen Sol eine Schachtel Kaugummi ab. Da ich noch nicht durchstartete, bevor die Ampel wieder auf Grün sprang, löste ich erneut ein Hupkonzert aus. Direkt hinter der Ampel wiederholte sich dann ein Schauspiel, das sich dort ununterbrochen beobachten lässt, weil sich erstens die Straße von zwei auf drei Spuren verengt und zweitens

die Regel Nummer drei gilt: Einordnen gilt nicht.

Die Busse von der rechten Spur müssen an dieser Kreuzung links abbiegen. Weil sie aber unter keinen Umständen auch nur einen Fahrgast verpassen möchten, ordnen sie sich nicht links ein, sondern queren einfach mitten auf der Kreuzung die drei Fahrspuren nach links. Machmal streckt der Fahrer freundlicherweise den Arm aus dem Fenster, um zu signalisieren, dass man gefälligt stehen bleiben soll. Auf der Linksabbiegerspur aber standen wie immer nur Autofahrer, die geradeaus weiterfahren wollten und mich deshalb nach rechts abzudrängen versuchten. Aber da stand ja schon der nächste Bus.

Und Regel Nummer vier ist: Busfahrer haben immer Recht.

Laut einer Untersuchung haben 60 Prozent der Busfahrer in Lima ein psychisches Problem, und bei der Zulassungsprüfung werden sie zwar nach europäischen Schriftstellern gefragt, aber nicht nach den Verkehrsregeln oder ihrem Gesundheitszustand. Und da meine Hupe schon seit geraumer Zeit nicht mehr fuktioniert, blieb ich also stehen, ließ alle vorbeiziehen, auch die, die eigentlich in der mittleren Reihe hinter mir standen und beim ersten Anzeichen eines Stopps sofort auf die linke Spur geschert waren, und zockelte dann gerade noch über die Kreuzung, bevor der Querverkehr losstartete.

Das mit der Hupe ist besonders an den nächsten fünf Kreuzungen ein Verdruss, dort gibt es nämlich keine Ampeln und dort gilt

Regel Nummer fünf: Wer lauter hupt, hat Vorfahrt.

Theoretisch hat an diesen Kreuzungen der Vorfahrt, der keinen durchgezogenen Strich vor sich entdeckt. In der Praxis aber sieht das so aus, dass man sich – mit oder trotz weißen Strichs – hupend so weit in die Kreuzung vortastet, bis der Querverkehr gar nicht mehr anders kann als stehenzubleiben, wenn er nicht einen Frontalzusammenstoß riskieren will. Praktischerweise sind fast alle Straßen Einbahnstraßen, so dass man wenigstens nur an einer Front kämpfen muss. Hilfreich ist in solchen Fällen ein Bus nebenan in der Richtung, aus der der Querverkehr kommt. Im Windschatten eines Psychopathen traue ich mich auch die haarsträubendsten Manöver. Und in solchen Fällen gilt dann

Regel Nummer sechs: Achte nie auf das Hupen der anderen.

Gehupt wird ständig. Und wenn nicht gehupt wird, weil das Auto geparkt ist, dann schrillt die Alarmanlage. Am heftigsten sind die Hupkonzerte auf den großen Durchgangsstraßen, wo man zu Hauptverkehrszeiten eine halbe Stunde braucht, um über die Kreuzung zu kommen, die dann ein Verkehrspolizist regelt, weil

Regel Nummer sechs besagt: Beachte nie eine Ampel.

So ein Verkehrspolizist muss spätestens dann die Vorfahrtsrichtung ändern, wenn das Hupkonzert auf der stehenden Seite das Ausmaß annimmt, das vermuten lässt, dass sich der Mob gleich zur Lynchjustiz zusammenrauft. Und wem das nun im Detail ein bisschen widersprüchlich vorkommt, der sei auf Regel Nummer eins verwiesen:

Es gibt keine Regeln.

Das gilt vor allem für die Ticos. Das sind die kleinen japanischen Taxis, gegen die ein Trabbi ein Luxusstahlgefährt ist. Die drängeln sich ununterbrochen überall rein, eröffnen auf durchgezogenen Strichen neue Spuren und benehmen sich, als gäbe es keine anderen Verkehrsteilnehmer. Weshalb bei einem ordentlichen Unfall ein Taxigast in einem Tico selten überlebt.

Dass ich bisher im Straßenverkehr überlebt habe, und dass auch noch ohne Unfall, lässt mich manchmal an Wunder glauben. Besonders wenn ich an meine orientierungslosen Fahrten durch die unangenehmsten Gegenden Limas denke, wenn ich mal wieder vom rechten Weg abgekommen war. In solchen Stadtvierteln sind die Straßen nicht asphaltiert, von Straßenschildern, Markierungen oder Wegweisern ganz zu schweigen. Und in diesen Gegenden gibt es dann wirklich gar keine Regeln mehr - nicht einmal Regel Nummer eins.

Was allerdings nicht so richtig in dieses ganze Regelwerk passen will, ist die neueste Regelung: Seit September müssen alle Autos aus Lima regelmäßig zum TÜV. Ich war schon. Völlig unspektakulär. Meine kaputte Hupe ist ihnen gar nicht aufgefallen. Ich hätte sie auch nur ungern reparieren lassen. Seit sie nicht mehr funktioniert, ist Autofahren viel entspannter.

Montag, 17. Dezember 2007

P.P.S.

Also, die Fliesen sind jetzt verfugt. Dafür ist jetzt aber die Klospülung kaputt.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

P.S.

Der Handwerker ging uebrigens, ohne die Fliessen verfugt zu haben. Ich warte immer noch darauf, dass er wieder mal auftaucht...

Montag, 3. Dezember 2007

Miraflores in einer Adventsnacht

Das Kaufhaus gehoert - wie fast alles - den Chilenen. Und der Weihnachtsbaum besteht - was man nicht sieht - aus vielen kleinen Mickey Maeusen.

Das Rathaus von Miraflores.

Der Parque Kennedy, ein paar Strassen von mir entfernt.


Sonntag, 2. Dezember 2007

Im Pickup ueber die Anden

Teresa und ich brauchten nur elf Stunden, bis wir die Strecke von Ayacucho nach Lima hinter uns gebracht hatten. Selbst wenn man nicht elf Stunden quatscht, wie wir das getan haben, ist die Fahrt ein Erlebnis.






Da sind wir praktisch schon fast an der Kueste angekommen.

Samstag, 1. Dezember 2007

Picknick in Chuschi









Praktisch auf jedem Feld steht ein Klo mit dem dicken Namenszug der US-amerikanischen staatlichen Entwicklungshilfeagentur USAID. Wenn man sich die Haeuschen genauer anschaut, merkt man, dass sie nicht benutzt werden...







Das ist ein kreisrunder Regenbogen - nur fuer den Fall, dass es nicht auffaellt.