Sonntag, 22. Februar 2009

Auf den Spuren von Che

Als wir morgens aus unserer Hütte in die Küche schlurften, empfingen uns die drei ansonsten sehr wortkargen Parkwächter mit einem süfisanten Lächeln. "Na, haben Euch die Flöhe nachts sehr geärgert?", fragten sie und räumten freundlicherweise die Küche, die eigentlich ihr Revier war.

Um nicht auszuschweifen: Bei unserem Kurzurlaub über die Faschingsfeiertage im binationalen Naturpark Tarriquía an der argentinischen Grenze haben uns die Flöhen höflicherweise verschont, das Denguefieber fiel uns ebensowenig an, wohl aber die Zangudos, und einen Jaguar haben wir auch nicht gesehen. Die sollen dort angeblich durch die Wälder streifen.


Dafür aber entdeckten wir ein Steinhaus eine halbe Stunde flußaufwärts am Río Tarija, in dem der Che mal untergekommen sein soll. Heute ist das Gebäude ein Militärposten, und die sechs Soldaten, die dort im Nichts stationiert sind, mussten erst mal ihre Hosen anziehen, bevor sie uns empfangen konnten.


Der Empfang war trotzdem recht martialisch. Die haben so wenig zu tun, die Jungs (die Kokainschmuggler übersehen sie geflisstentlich), dass sie am Zugang auf der Wiese eine kleine Fort-Attrappe hingebastelt haben mit dem Spruch: "Dein erster Fehler wird Dein letzter sein." Im Garten hingen Schilder mit Worten wie "Loyalität", "Moral", "Mut".

Wir haben dann schnell wieder die Biege gemacht - trotz Che, sind im strömenden Regen in unsere vergammelte Basisstation zurückmarschiert und haben uns dort den mitgebrachten Wein aus Tarija schmecken lassen. Duschen mussten wir nicht, Wasser gab´s gerade keines.

Alles sehr basic. Aber unser Ziel hatten wir jedenfalls erreicht: Wir waren dem Faschingsrummel entkommen.



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