Was ist eigentlich aus meinem Gepäck geworden? Wasti hat es dankenswerterweise am Münchner Zoll ausgelöst und dann folgende Mail geschrieben:
"Liebe Ursel,
so, Deine blauen Tonnen stehen im Keller. Sie auszulösen, war einfach, wenn auch etwas kurios. Der Frachtflughafen ist durchaus eindrucksvoll und sehr modern, der Zoll hingegen wie eine Behörde von ganz früher. Ein übellauniger, dicker, sehr bayerischer Beamter, den man sich hervorragend nach Feierabend im Bierstüberl "Beim Willy" vorstellen kann, wollte alles ganz genau wissen.
Eingangsabgabebefreiung? -
"Ja ham Sie denn an Eingangsabgabebefreiungsantrag g'stellt?"
"Nein, ich wusste nicht, dass es einen solchen gibt. Aber ich habe ja eine Eingangsabgabenbefreiung."
Er überlegte offenbar, wie man eine solche haben kann, wenn man keinen Eingangsabgabebefreiungsantrag gestellt hat.
"Ah so. Hmmm. Was habn'S da drin?"
"Diplomatengepäck!"
"Alles gebraucht?"
"Hausstand."
"Ah."
Dann hat er eine Zeitlang in seinen Computer geschaut und dann aber wirklich alle verschiedenen Stempel seines Stempelkarussells zum Einsatz gebracht. Aber seeeehr langsam. Derweil haben seine Kollegen im Hintergrund disktutiert, ob Kosovo jetzt noch Serbien sei, und wie man mit Waren von dort zu verfahren habe. Sie hatten davon soviel Ahnung wie von einer Eingangsabgabenbefreiung für Diplomatengepäck. Jetzt weiß ich, was Helmi manchmal mitmacht.
Zuhause habe ich dann festgestellt, dass alle Schlösser an Deinen Tonnen fachmännisch aufgebrochen waren. Sie hatten also schon einen tiefen Blick reingeworfen. Wahrscheinlich aber haben sie nicht weitergestöbert, weil es sie umgehauen hat. Einige Kleidungsstücke waren noch richtig feucht. In den Tonnen riecht es wie in einem Komposthaufen im Spätherbst, wenn die Schwammerl sprießen. Oder wie in einem Zeltsack, wenn man das Zelt im Urlaub bei Regen eingepackt und danach ein Jahr nicht aufgemacht hat.
Ich hab jetzt schon einen Schwung Deiner Sachen gewaschen, aber trotz literweise Weichspüler krieg ich den Muff nicht richtig raus. Muss ich mal alles auf den Balkon stellen, wenn es hier richtig warm und trocken ist . . ."
Meine 20 Kilo Habseligkeiten, die ich mit nach Quito genommen habe, riechen übrigens ähnlich - es hat mich schier umgehauen, als ich meinen Rucksack aufgemacht habe und mir die feuchte Luft aus Lima aus meinen Klamotten entgegenschlug . . .
Donnerstag, 20. März 2008
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